Die Welt des Rhabarbers
Viele von Ihnen haben den Nährstoffchampion, um den es in dem heutigen Beitrag geht, bestimmt schon in Ihren frühen Kinderjahren besungen. „Rhabarberkompott, Rha-bar-ber-kom-pott, …“. Was damals und heute noch immer gleich ist, ist die vielfältige Welt der Rhabarberstaude. Wussten Sie, dass der Rhabarber kein Obst ist? Das stimmt wirklich. Der Rhabarber gehört nämlich zu der Familie der Knöterichgewächse und wird in Europa als Gemüse eingeordnet. In den USA wird er dahingegen zum Obst gezählt.
Je nach Reifegrad und Sorte überzeugt der Rhabarber mit einer Fusion aus fruchtig-säuerlichen Aromen. Rhabarbersorten mit grüner Schale und grünem Fruchtfleisch sind sehr säuerlich im Geschmack, jene mit roter Schale und grünem Fruchtfleisch mild-säuerlich und jene mit roter Schale und rotem Fruchtfleisch hingegen süßlich.
Wer bei Rhabarber an ein schnelles Snackgemüse denkt, der liegt leider falsch, denn Rhabarber sollte nur geschält und gegart gegessen werden. Dieser Zeitaufwand hat auch einige Vorteile, denn dadurch reduziert man den Oxalsäuregehalt und macht den Rhabarber verträglicher. Dabei spielt auch die Zeit der Ernte eine wichtige Rolle, denn Rhabarber wird traditionell nur bis zum 24. Juni geerntet, da der Gehalt an Oxalsäure danach als zu hoch für den Verzehr gilt. Zu große Mengen an Oxalsäure können die Aufnahmemenge des Mineralstoffs Kalzium aus der Nahrung in den Körper verringern und in übermäßigen Mengen sogar zu Vergiftungserscheinungen führen. Wir empfehlen daher junge Rhabarberstauden, welche im April oder Mai geerntet wurden, zu verwenden. Diese haben einen geringeren Oxalsäuregehalt und sind zudem weicher und zarter.
Warum Sie sich den Rhabarbergenuss heuer nicht entgehen lassen sollten?
- Rhabarber enthält reichlich Ballaststoffe in der Schale, die eine willkommene Nahrung für Ihre Dickdarmbakterien sind.
- Er versorgt Sie mit einer Vielzahl an Vitaminen wie Vitamin A, B1, B2, B3 oder C und
- wertvollen Mineralstoffen zum Beispiel Kalium, Phosphor, Kalzium, Magnesium und Eisen.
Hier haben wir noch einige Tipps für den Einkauf und die Lagerung von Rhabarber:
- Rhabarberstauden sollten beim Einkauf fest und knackig sein und eine frische Abschnittstelle haben.
- Verwerten Sie den Rhabarber möglichst schnell. Im Kühlschrank sollte er maximal 1 bis 2 Tage aufbewahrt werden.
- Im Tiefkühlschrank kann Rhabarber bis zu 1 Jahr gelagert werden.
- Für eine längere Haltbarkeit kann man Rhabarber auch konservieren, einlegen oder zu Marmelade verarbeiten. Achten Sie hier auf einen möglichst hohen Fruchtanteil von 50 bis 80 %, damit Ihnen das fruchtig-säuerliche Geschmackserlebnis nicht verloren geht.
Alles Liebe von unseren Diätologinnen.
Fotocredit: Adobe Stock

